In einer Anfang 2018 veröffentlichten Studie wurden Arbeitnehmer nach ihrem Wohlbefinden befragt. In 6 von 10 Fällen gaben die Befragten Beschwerden an, die typische Symptome von Burnout-Erkrankungen sein können.

Handelt es sich dabei um eine Volkskrankheit? Was kannst du notfalls dagegen tun?

Was versteht man unter einem Burnout?

Eine feste Definition für das Burnout-Syndrom gibt es nicht. Das hängt auch damit zusammen, dass dabei verschiedene Faktoren zusammenkommen.

Der Begriff bezeichnet einen Erschöpfungszustand, der sich sowohl auf der körperlichen wie auch psychischen Ebene zeigt und so Menschen das Leben schwer macht.

Der Name Burnout leitet sich vom englischen Wort Ausbrennen her. Entdeckt und analysiert wurde er von Herbert Freudenberger.

Frau gestresst zwischen Ordnern und Papieren

Burnout wird oft durch zu viel Stress bei der Arbeit ausgelöst. (Bildquelle: 123rf.com / 26460861)

Der Psychoanalytiker beobachtete, wie erfolgreiche und produktive Menschen unter schwierigen Arbeitsbedingungen förmlich ausbrennen können und schwer depressiv werden.

Das Ergebnis ist eine allgemeine Erschöpfung des Körpers und der Seele. Wenn es nach der Überarbeitung keine Zeit zur Erholung gibt und auch die Anerkennung ausbleibt, schadet diese Situation dem Menschen.

Arbeitsbedingungen wie diese laugen den Menschen aus und sie werden als sinnfrei empfunden.

Wie äußert sich ein Burnout und wie kann ich es erkennen?

Ein festes Schema an Symptomen für Burnout gibt es nicht. Die Krankheit entwickelt sich über verschiedene Erscheinungen.

Permanente Müdigkeit trotz Schlaf gehört zunächst dazu. Die Leistungsfähigkeit lässt stark nach und die Regeneration von Körper und Seele wird immer schwieriger.

Die emotionale Befindlichkeit ist geprägt von inneren Ängsten. Schlechte Gedanken und Sorgen legen sich über das Gemüt der Person.

Die eigene Arbeit und auch der persönliche Alltag wird nicht als sinnstiftend empfunden. Viele Betroffene ziehen sich daher irgendwann immer stärker zurück.

Die meisten Menschen empfinden irgendwann eine starke innere Leere. Auch eine Lustlosigkeit kann sich in der Seele breit machen. Unter diesen Umständen lässt der Appetit bei manchen Betroffenen nach. Andere nehmen durch schlechte Ernährung plötzlich sehr viel zu.

Welche Ursachen kann ein Burnout haben?

Die Gründe der Erkrankung können sowohl im persönlichen wie im beruflichen Umfeld liegen. In beiden Fällen gilt jedoch zumeist: Bevor ein Mensch ausbrennt, muss er zunächst einmal gebrannt haben.

Es ist kein Zufall, dass Freudenberger die Erkrankung gerade bei sehr erfolgreichen Menschen beobachtet.

In unserer Gegenwart scheint sich das Krankheitsbild jedoch ausgebreitet zu haben. Längst sind nicht mehr nur überarbeitete Führungskräfte wichtiger Unternehmen, Politiker oder die Künstlerszene betroffen.

Fast die Hälfte der Menschen zeigt heute einige der typischen Symptome. Was sind die Ursachen dafür?

Leistungsdruck kommt heute mit Smart Phone und Social Media zusammen. Das bedeutet nicht nur eine Ansprechbarkeit rund um die Uhr. Es richtet auch einen Aufruf an jeden Einzelnen:

Permanent zu zeigen, wie gut es einem geht. Negative Emotionen können dann kaum noch thematisiert werden.

Auch die Arbeitsbedingungen spielen eine Rolle

Die Erkrankung wird begünstigt, wenn das Umfeld für die persönlichen Leistungen keine Anerkennung gibt. Wenn es in Unternehmen keine Kultur der Achtsamkeit gibt, steigen die Burnoutraten.

Wo man sich dagegen lobt, arbeitet es sich gesünder. Der Grund: Man empfindet die Arbeit als sinnstiftende Tätigkeit.

Soziale Netzwerke können bei fehlender Anerkennung übrigens keinen Ausgleich schaffen.

Die meisten Menschen empfinden Likes und Klicks nicht als echte soziale Fürsprache. Das „Gefällt mit“ gehört hier zu Etikette. Aber es ist nur in wenigen Fällen eine Form der echten Anerkennung. Das wissen auch die Nutzer.

Welche Therapiemaßnahmen gibt es gegen Burnout?

Burnout kann man durch gezielte Maßnahmen vorbeugen. Wenn er sich jedoch in starker Form ausgeprägt hat, braucht es eine professionelle Hilfe. Nur diese kann dafür sorgen, dass der Mensch aus dem eigenen Alltag herausgenommen wird. Anschließend kann er wieder Herr über diesen Alltag werden.

Wichtige Maßnahme bei der Therapie sind die Entschleunigung und das bewusste Schaffen selbstgesetzter Ruhephasen.

Sie können in gut zwei Drittel der Fälle für Besserung sorgen. Mit den richtigen Techniken für mehr Achtsamkeit können Burnout-Patienten ihren Alltag so wieder meistern.

Viele Betroffene fragen sich jedoch: Wie lange dauert eine erfolgreiche Therapie? Und ab wann kann man wieder arbeiten?

Sie dauert so lange, bis sich das Denken und die Handlungsroutinen des Menschen geändert haben. In der Regel musst du hier von einer Dauer von 6 bis 12 Monaten ausgehen.[6]

Das mag nach einer langen Zeit klingen. Für Betroffene lohnt sich diese jedoch ebenso wie für das Unternehmen.

Die professionelle Behandlung gibt Menschen die notwendigen Techniken an die Hand, um an ihrem Alltag nicht länger zu verzweifeln. Zudem bringt sie auch die Leistungsfähigkeit wieder zurück.

Fazit – Ist Burnout die neue Volkskrankheit?

Aus einer Untersuchung der BKK geht Folgendes hervor: Im Durchschnitt beträgt die Abwesenheit vom Arbeitsplatz im Krankheitsfall 12,8 Tage.

Bei einer psychischen Erkrankung waren es ganze 35,2 Tage. Kaum eine andere Erkrankung hat zu mehr Abwesenheit am Arbeitsplatz geführt als Burnout.

Die gleiche Untersuchung macht deutlich, dass die Erkrankung und ihre Symptome sich erheblich ausgebreitet haben. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen verdreifacht. Den Unternehmen gehen dadurch erhebliche Ressourcen verloren.

Es ist daher nicht nur für die Betroffenen wichtig, vorzubeugen und die Erkrankung professionell zu behandeln. Gute und sinnstiftende Arbeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Zudem muss sich niemand schämen, wenn er oder sie betroffen ist. Professionelle Hilfe sorgt für neue Lebensqualität.

Weiterführende Quellen und Literatur

[1] https://www.pronovabkk.de/downloads/ae740f1f69ccabf0/pronovaBKK_BGM_Studie2018.pdf
[2] Herbert Freudenberger, Geraldine Richelson: Ausgebrannt – die Krise der Erfolgreichen. München 1981
[3] https://www.apotheken-umschau.de/burnout
[4] https://arbeits-abc.de/social-media-burnout-facebook-twitter-co-koennen-krank-machen/
[5] http://www.tipps-vom-experten.de/entschleunigung/
[6] https://www.biek-ausbildung.de/burnout-praevention/burnout-heilungsdauer/
[7] https://www.dr-alram.de/burnout-fakten.php

Bildquelle: unsplash.com / Riccardo Mion

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