Kennst du auch den Winter-Blues? Der Herbst folgt auf den Sommer, die Tage werden kürzer und die Dunkelheit nimmt zu. Menschen die auf diese Veränderung sensibel reagieren können sich in einer saisonalen Depression wiederfinden.

Müdigkeit, Mutlosigkeit, Erschöpfung – der Alltag wird mühsam für dich und es fällt dir schwer deinen Verpflichtungen nachzukommen. Bei schweren Depressionen verschreibt der Arzt oft Antidepressiva, doch bei leichten Winterdepressionen kann eine Lichttherapie schon Wunder wirken.

Was ist eine Lichttherapie?

Der Einsatz der Lichttherapie geht bereits tausende von Jahren zurück. Denn bereits die Hindus haben ihre Patienten dem Sonnenlicht ausgesetzt um Heilung zu bewirken. Auch Hippokrates im alten Griechenland empfahl das Sonnenlicht zur Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten.

Landschaftsaufnahme

Für viele bedeutet der Winter mehr als Schnee und Kälte: Die Zeit in der die saisonale Depression anbricht. (Foto: eberhard grossgasteiger / Pexels)

Heutzutage wird die antidepressive Wirkung von Licht zur Behandlung von saisonabhängigen Depressionen eingesetzt. Denn die Lichttherapie ist ein von der wissenschaftlichen Medizin anerkanntes Verfahren zur Behandlung verschiedener Erkrankungen.

Gibt es mögliche Nebenwirkungen?

Die Lichttherapie hat sich als besondere milde und einfache Alternative erwiesen. Nebenwirkungen gibt es kaum. Nur wenige Menschen berichten von Kopfschmerzen, irritierten Augen oder in ganz seltenen Fällen von einer Manie.

Unter Manie versteht man eine Periode abnormaler Euphorie.

Was ist eine Phototherapie?

Phototherapie ist klar von der herkömmlichen Lichttherapie abzugrenzen. Während die Lichttherapie grundsätzlich einen seelischen Erfolg aufweist, so werden bei der Phototherapie mithilfe von UV-Licht Hautkrankheiten geheilt und auch die Gelbsucht, die oft bei Neugeborenen auftritt.

Bei Hautkrankheiten führt oft die Kombination von einer Salben und der Phototherapie zur erfolgreichen Bekämpfung der Krankheit.

Wie funktioniert die Lichttherapie?

Licht hat einen überlebenswichtigen Einfluss auf den Körper. Das Licht beeinflusst den circadialen Rhythmus des Körpers – unsere innere Uhr – und sorgt für die Abfolge wichtiger Körperfunktionen. Es bestimmt wann wir Hunger haben, welche Hormone produziert werden und wie wir uns fühlen.

Das Licht wird über die Netzhaut des Auges aufgenommen und bestimmt unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Hier werden Schlafhormone (Melantonin) ausgeschüttet, die bei Licht unterdrückt und bei Dunkelheit produziert werden.

Melatonin wird eine depressionsfördernde Wirkung zugeschrieben. Es beeinflusst den Blutdruck, die Körpertemperatur, das Hungergefühl, sexuelle Bedürfnisse und Stimmungen.

Bei der Lichttherapie wird dir Bestrahlung einer hellen fluoreszierenden Farbfilter-Lampe verwendet um das physikalische Sonnenlicht nachzuempfinden. Du sitzt dabei vor dem kleinen Tischgerät, das du auf Schreibtisch oder Theke befestigen kannst und lässt dich bestrahlen.

Du solltest 20-30 Minuten täglich unter diesem Licht sitzen und auch alle fünf Minuten direkt in die ungefährlichen Lichtstrahlen blicken. Während dieser Aktivität kann man Lesen, am Computer arbeiten oder einer anderen ruhigen Tätigkeit nachkommen.

Diese Behandlung sollte täglich, im Idealfall in der früh vorgenommen werden. Denn so wird der Körper mit Licht aufgetankt bevor der Alltag beginnt. Mit einer Spanne von 2500 bis 10000 Lux hat man auch die ideale Lichtstärke. Die ersten Verbesserungen sieht man bereits in wenigen Wochen.

Wenn man die Lichttherapie abends anwendet kann es passieren, dass man nicht einschläft, da der Körper mit zu viel Energie geladen ist.

Wobei hilft die Lichttherapie?

Die klassische Lichttherapie hilft bei Erkrankungen wie:

  • Winterdepression
  • Antriebslosigkeit
  • Tagesmüdigkeit
  • Vernachlässigung sozialer Kontakte
  • Konzentrationsstörung
  • Migräne
  • Schlafprobleme
  • Essstörungen
  • Burn-Out

Krankenkasse: Wer bezahlt für eine Lichttherapie?

In Deutschland und Österreich übernehmen die Krankenkassen nichts. Ein Arzt kann dir eine Lichttherapie empfehlen, verschreiben kann er sie dir jedoch nicht.

Denn weder in Deutschland noch in Österreich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer Tageslichtlampe. In der Schweiz übernehmen die Krankenkassen im Rahmen der Grundversicherung 800 Franken bei der Erstattung von einem Lichttherapiegerät.

Sonne über Feld

Tageslicht ist ein natürliches Heilmittel. Doch nicht immer kann man genug davon bekommen. Manchmal muss man zu alternativen Hilfsmittel greifen. (Foto: Tilgnerpictures / pixabay.com)

Wo kann ich ein Lichtherapiegerät kaufen und was kostet es?

Die Preisspanne für eine neuwertige Lichttherapielampen liegt zwischen 50 und 500 Euro. Dabei zählen die besten Lampen zu Produkten von den Herstellern Davita, Philips und Beurer. Lampen mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis kosten dabei um die 100 Euro, qualitativ hochwertige Lampen liegen um die 400 Euro.

Lampen kann man in Onlineshops wie Amazon aber auch bei Media Markt finden. Gebraucht findet man sie auf Ebay. Im lokalen Elektronikfachhandel kann man sich ebenfalls dazu beraten lassen.

Fazit: Lichttherapie ist simpel aber effektiv

Mit einem Einstiegspreis von 50 Euro ist eine Lichttherapielampe auch für das kleinste Budget erschwinglich und bei regelmäßiger Anwendung kann man mit positiven Ergebnissen rechnen. Kämpfst du tatsächlich jährlich mit einer Winterdepression dann könnte ein Lichttherapiegerät dein Leben verändern.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] http://www.depressionen-verstehen.de/depression/schweregrad/index.jsp

Bildquelle: Victor Freitas / pexels.com

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